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Die Dame mit Hut und Stock am Rheinfall (von Sandi Pauèiæ)
Statt eines Vorwortes (von Mr. D. Arežina)     HR     D      E
Stationen einer Entwicklung (von Stefan Paradowski)
Menschengewühl und surreale Landschaften (von Susi Hofmann)
Knäuel ineinander verwobener Kreaturen (von Dr. Stefan Paradowski)
Leitern zum Haus (von Gerda Störi)
Gewimmel, Gebärden, geräuschlos (von Dr. Stefan Paradowski)
Listige Landschaftsmalerei (von Dr. Stefan Paradowski)
Vom Surrealismus zu Landschaften (sr. Zürichsee Zeitung)
Der Mensch zwischen Sein, Schein und Karikatur (cbr. in Zürichsee Zeitung)
Visionen in Köpfen und in der Landschaft (von Susi Hofmann)
Aus kühnsten Träumen (sh. Zürcher Oberländer)

 
Ausstellung Božo Marijanèiæs im Haus "Zum Pfauen" in Rapperswil
Knäuel ineinander verwobener Kreaturen
(Stefan Paradowski in „Zürichsee Zeitung“, 20. 03. 1985)

 Lediglich Unverbesserliche wollen von der küstlerischen Tätigkeit von Jugoslawen ausschliesslich Naive Malerei erwarten. Diese nicht zuletzt vom Kunsthandel gehatschelte Strömung verkörpert selbstverständlich nur eine Ausdrucksmöglichkeit unter vielen. Die gegenwärtige Ausstellung (bis 31. März) des Rapperswiler Forums im Haus "Zum Pfauen", wo der längst in der Schweiz heimische Jugoslawe Božo Marijanèiæ mit etwa 50 Werken vertreten ist, spricht eine andere Sprache. Seine grossenteils phantastisch überformten Bilder meiden das Gängige und Heile und können sich sogar auf eine nationale Tradition berufen: Marko Ristiæ nahm um 1926 in Paris - wohin er später als Botschafter berufen werden sollte - Verbindung zum Surrealisten-„Vater“ André Breton auf und vürde, nach Belgrad zurückgekehrt, eigenständig surrealistisch aktiv. Marijanèiæ nimmt, wohl eher unbewusst, diesen künstlerischen Faden auf und knüpft persönliche Visionen daran, die er aus den Tiefen, ja Abgründen seiner Seele schöpft.

Der in Hombrechtikon ansässige Künstler wurde 1944 in Zagreb geboren und beendete dort die Grafische Schule als Tiefdruckretoucheur. Schon während der Jugendzeit widmete er sich der Karikatur, die eigentlich bis heute, freilich in stark verfremdeter und verschlüsselter Gestalt, sein Medium geblieben ist. Er wandte sich auch dem Trickfilm zu und gewann an entsprechenden Wettbewerben in Neuenburg und Zug zwei Medaillen. Seit 1984 amtet er als Präsident von "eho", des Vereins jugoslawischer bildender Künstler in der Schweiz.

Sozusagen als Einstimmung und Beweis seiner malerischen Fertigkeiten zeigt Marijanèiæ ein paar inhaltlich leicht aufläsbare Beispiele, nämlich Landschaften und Porträts; doch selbst diese bilden keinen sicheren Boden, auf dem das Dargestellte seine abbildhafte Richtigkeit hätte. Die Naturausschnitte, zumeist Schweizer Gegenden, entpuppen sich als im Atelier aus dem Gedächnis frei interpretierte Wiedergaben. Und unter die Porträts mischen sich "Ungereimtheiten": So sehen wir im Selbstbildnis des Künstlers, der seine schlafende, einjährige Tochter zärtlich an sich hält, dessen unreal übergrossen Hände, die schützend und hegend auf dem Kind ruhen.

Die beiden Hauptabteilungen der Ausstellung umfassen Oelgemälde sowie umrissbetonte Grau-in-Grau-Pinselzeichnungen, die im Regelfall einen flächig und verzerrt aufgefassten Turm oder Knäuel ineinander verstrickter Kreaturen zeigen. Einäugige, armlose, aufgedunsene, langhalsige, stumme und schreiende Alptraumwesen verzahnen sich zu einer wogenden Menge, die in einer höhlen- oder höllenartigen Umgebung dahinvegetiert. Zum Kreis dieser dumpfen und zuweilen erotisch verwobenen Schicksalsgemeinschaft gesellt sich manchmal als Hoffnungszeichen ein (überproportionaler) Vogel; er geniesst wenigstens Bevegungsfreiheit, doch das trostlose Geschehen vor seinen Augen scheint ihn zu lähmen. In den neuesten Arbeiten in Oel bahnt sich so etwas wie eine Erlösung an: Die Figuren rühren sich, dürfen jetzt davonrennen, was sich auch in einer aufgelockerten formalen Behandlung äussert.

Božo Marijanèiæ gelangt rein intuitiv zu solchen eigenwilligen Bildaussagen. Er geht planlos vor, überlässt sich einer unbewussten Handlung, die Logik und Kontrolle ausschaltet. Die klassischen Surrealisten haben diesen Prozess selber geübt und ihn als "écriture automatique" (automatische Schrift) bezeichnet.
Stefan Paradowski

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Die Dame mit Hut und Stock am Rheinfall
(von Sandi Pauèiæ, Kunsthistoriker aus Zürich)

           Kaum hatte Božo Marijanèiæ im Rahmen der Vorbereitung einer Gruppenausstellung 1986 seine grossformatige Dame mit Hut und Stock im Schloss Laufen am Rheinfall an die Querwand des grossen Gästesaales an den Nagel gehängt, als der livrierte Chef des Etablissements mitten aus den Vorbereitungen zu einem grösseren Diner heraus das Bild erspähte, seine eilige Durchquerung des Saals abrupt unterbrach, sich langsam aber entschieden und mit immer skeptischer werdendem Gesichtsausdruck der Dame näherte, um einige Augenblicke später ein Verdikt gegen Marijanèiæs Werk auszusprechen: Das hier gehe nicht, dieses Gemälde könne unmöglich an diesem Ort gezeigt werden, denn es verstosse in seiner Hässlichkeit gegen jeden guten Geschmack und würde deshalb die Hotelgäste irritieren. Die übrigen Bilder Marijanèiæs, die bunten Landschaften und die anderen phantastischen Szenen seien durchaus willkommen, er solle das Bild doch einfach durch ein anderes ersetzen, wie er sehe, meinte der Chef de Service, könne Marijanèiæ auch schöne Bilder malen. Weder der höfliche aber entschiedene Hinweis des Malers, es handle sich bei dem inkriminierten Gemälde um ein Hauptwerk der vergangenen Schaffensjahre noch die darauffolgende etwas lautere Diskussion stimmten den Kunstrichter um. Marijanèiæ – ganz Künstler – zog die Konsequenzen: Eines nach der anderen nahm er (der kaum je aus der Ruhe zu bringen ist) langsam seine bereits gehängten Bilder von der Wand und zog  - von der unerbittlichen Einmann-jury refusiert – ein „alles oder nichts“ ausstossend von dannen.

Zu einem Kunstskandal reichte der Vorfall trotz der Anwesenheit einiger neugierig gewordener Hotelgäste nicht; in der lokalen Zeitung, die über die Ausstellung berichtete, war nichts darüber zu lesen: Die einige Laufmeter umfassende Lücke an der Wand wurde von den anderen Teilnehmern jener Gruppenausstellung bald mit weniger anstössigen Kunstwerken aufgefüllt. Dennoch ist mir die Geschichte als Augenzeugen gut in Erinnerung geblieben, vielleicht deshalb, weil mir die geschilderte Reaktion auf Marijanèiæs Gemälde als bezeichnend erscheint: Zwischen märchenhafte Szenerien, expressive Darstellungen der Schweizer Landschaft und Porträts mischen sich bei Marijanèiæ scheinbar unvermittelt erschreckende Visionen von sexueller Obsession, von menschlicher Beziehungsunfähigkeit, von Lebensverdruss und Sinnlosigkeit. Das Janusköpfige in seinem Schaffen verunsichert und stösst zuweilen, wenn sich die surrealistische Phantasie unkontrolliert ihren Weg bahnt, auf heftigen Widerstand beim Publikum. Folgen wir der Spur des Werkes, um einige Aspekte davon eingehender zu beleuchten.

Experimente
Zur Kunst kam Božo Marijanèiæ, wie er sich ausdrückt, zu Fuss; Kurz vor 1960, also im Alter von 15 Jahren begann er zu zeichnen. Seine ersten Arbeiten waren Karikaturen, die er in Zagreb für die  Jugendzeitschrift Polet ausführte. Während einer kurzen Zeit erschienen seine satirischen Beiträge auch in der renommierten Zagreber Tageszeitung Veèernji List. Später beschäftigte er sich, inzwischen nach zwei Jahren Gymnasium zum Retoucheur ausgebildet, mit Fotografie, Bildmontage, Collage und experimentierte mit verschiedenen weiteren Techniken.
  Zwischen 1972 und 1981 war Marijanèiæ Mitglied des Kinoclubs Zürich. In dieser Zeit schuf er sieben kurze Zeichentrickfilme, einer davon Die Nachbarn vom Nr. 12a enstand in Zusammenarbit mit dem bekannten Schweizer Filmemacher Hans Haldenwang und mit Marcel Lehnweiter. Für diese Arbeit erhielt er am Schweizerischen Kurzfilmwettbewerb 1980 in Zug die Silbermedaille. Der Film Die grösste Zwei gewann beim Schweizerischem National-Wettbewerb in Neuchâtel 1974 die Bronzemedaille.

Trotz der Versuche mit verschiedenen Medien und Techniken entwickelte sich von Anfang der 60er Jahre an die Zeichnung – die lavierte Tuschezeichnung – zu einer bevorzugten Gattung, welche Marijanèiæ bis heute nicht aus den Augen verloren hat. Erst um 1970 kam die Malerei dazu: Aus Langeweile begann er damit, wie er unumwunden erklärt, als er  in die Schweiz zog, denn hier kannte er zunächst keinen Menschen und das Deutsche beherrschte er nicht. Was als Mittel gegen die Langeweile gedacht war, erwuchs zur Leidenschaft. Seit damals ist ein Werk von ungefähr 200 Bildern entstanden.

La vie surrealiste
Wenn Marijanèiæ an einem  surrealistischen Bild zu arbeiten beginnt, so tut er dies ohne Skizzen und ohne vorangehendes Konzept. Auf die neue Leinwand setzt er, völlig planlos, einige Farbflecken – häufig benutzt er dazu die von der Arbeit am letzten Gemälde auf der Palette übriggebliebene Farbe. Dann versucht er, seiner Phantasie freien Lauf lassend, biomorphe Gestalten in die entstandenen Flecken hineinzusehen. Anschliessend verleiht er diesen flüchtigen Visionen während des eigentlichen Malvorgangs Umrisse und ordnet ihnen Farben zu. Das Bild entwickelt sich so mittels immer neuer Übermalungen,  selten in einer einzigen Sitzung „aus einem Guss“, meist über einen längeren Zeitraum: Immer wieder lässt Marijanèiæ die Leinwand stehen, um sie dann wieder hervorzunehmen und zu überarbeiten. Alles kann sich dabei wieder in Flecken auflösen, um ganz neue Formen anzunehmen. Vielleicht die längste Entstehungszeit nahm Mutter Erde in Anspruch: Das Bild fand erst nach neun Jahren, es entstand zwischen 1990 und 1998, sein heutiges, vom Künstler als gültig anerkanntes Aussehen. Die geschilderte Methode (und als Methode darf sie durchaus bezeichnet werden) Marijanèiæs entspricht dem surrealistischen Konzept.

Die Bewegung des Surrealismus, die im Frankreich der 1920er Jahre in Paris begründet worden ist, hat bis heute ihre Faszination und ihre Aktualität nicht eingebüsst. Der Surrealismus, der ursprünglich aus Literatenkreisen kam und erst später die bildenden Künstler zu interessieren begann, fusst auf der Einsicht, dass die westliche Kultur, das Bewusstsein auf Kosten des Unterbewusstseins ausgebildet habe. Nicht zuletzt war diese These eine Reaktion auf Sigmund Freuds Erkenntnisse, der schon einige Jahrzehnte früher mit der wissenschaftlichen Erforschung der unterbewussten Teile der menschlichen Seele begonnen hatte. Erst die gleichwertige Verbindung des vernachlässigten Unterbewusstseins mit dem Bewusstsein, werde dem Menschen eine höhere  – eben die surreale – Ebene eröffnen. Die surrealistische Kunst, die auf der Basis dieser Theorie geschaffen wurde, war der Allgemeinheit, wie das für die meisten Avantgarden unseres Jahrhunderts gilt, zunächst den meisten höchst suspekt, bevor sie höchst populär wurde: Wer kennt heute nicht Salvador Dalí, Juan Miró, René Magritte und Max Ernst.

Dalí pflegte gemäss eigener Aussage stundenlang vor der Leinwand zu sitzen, bis er in einem künstlich heraufbeschworenen Wahnzustand, Gestalten auf der Leinwand zu erkennen glaubte. Der Spanier bezeichnete sein Vorgehen als Kritisch-paranoische Methode: Genau besehen wurzeln solche Bildfindungsmittel aber in noch älteren Vorgehensweisen der Maler. Schon im berühmten Lehrbuch von Leonardo da Vinci findet sich die Anweisung an die Malschüler, einen nassen Schwamm an eine Wand zu werfen, um im entstandenen Fleck Figuren zu suchen und so die Erfindungskraft zu trainieren. Das Vorgehen, der surrealistischen Methode nicht unähnlich, lässt sich in einer Variante auch mit Wolken, die ständig ihre Form verändern, durchführen. Dennoch gibt es von Epoche zu Epoche auch wesentliche Unterschiede in der Bewertung solcher Hilfsmittel: In der Renaissance wurde der Trick mit dem Schwamm nur als vorbereitende Übung verstanden, als eigentliche Quelle der Inspiration, die den Maler Bilder hervorbringen lässt, galt die Teilhabe an der göttlichen Schönheit, als deren Übermittler die Künstler sich verstanden. Im Surrealismus des 20. Jahrhunderts wurde die Ideenquelle hingegen in der Seele des Künstlers selber lokalisiert: Die Formen und Farben, die er auf die Leinwand bringt, sind Projektionen seines Unterbewusstseins. Im ernsthaft betriebenen Surrealismus soll dabei nichts beschönigt oder mittels des kultivierten und sozialisierten Bewusstseins zensuriert werden: Darstellungswürdig ist auch das Hässliche, das Schreckliche und Alptraumhafte, sie sind dem Schönen und Erhabenen gleichwertig. Nur weil die dunklen Aspekte der menschlichen Seele, die der Surrealismus eben auch freizulegen suchte, in den entstandenen Kunstwerken gern übersehen wurde, hat ein oberflächlich verstandener (später auch oberflächlich praktizierter) Surrealismus wohl so breiten und unkritischen Anklang gefunden als scheinbar unterhaltsame und unproblematische Kunstrichtung.

Ungeheurliches
Wenden wir uns mit geschärftem interpretatorischem Werkzeug Bozo Marijanèiæs Motiven zu: In seinen Bildern, so der bereits eingeführten Dame mit Hut und Stock ist es eben diese dunkle Seite des Surrealismus, die sich ihren Weg bahnt: Zu sehen ist ein lässig ausgestreckter, halb sitzender nackter weiblicher Körper, der allerdings durch verfremdenden Eingriff, jeder erotische Ausstrahlung entbehrt: Der rote Mund befindet sich dort, wo der Bauchnabel sein sollte, die Brustwarzen, von denen die eine zur Öffnung ins Körperinnere uminterpretiert wurde, stellen gleichzeitig die Augen dieses monströsen Wesens dar. Aus dem überlangen Hals wächst statt eines Kopfes ein euterähnlihches Gebilde, die Falten in der violetten Haut sind Altersrunzeln. Dem Knie des linken angewinkelten Beines ist ein Hut mit einem roten Zierband aufgesetzt, im Hintergrund hängt im runden Knauf eines von oben herabhängenden Stocks ein zweiter Spazierstock. Marijancic weist die Richtung der Interpretation: Die Dame lebte wohl ein intensives Leben; übrig bleibt die verbrauchte leere Hülle, Der Hut und der Stock sind Souvenirs ihres aufwendigen Lebensstils. Sie ist getrieben von dunklen, unkontrollierten Leidenschaften und Süchten, ihr Körper zerfällt“.

Ein skurriles, aber gutmütig erscheinendes Wesen ist der 1978 gemalte Olfaktor, Inspiriert hat sich Bozo an der Figur aus dem  19.. erschienen Science Fiction-Roman Titel.... von xy : Der Olfaktor ist auf einem Planeten zu Hause, dessen Oberfläche immer in dichtem Dunst liegt: Seine Artgenossen sind gutmütige Wesen, die völlig auf ihren Geruchssinn angewiesen sind, ihre Augen und ihr Sehsinn sind unterentwickelt, die Beine sind kurz, weil sie sich unterirdisch auf Laufbändern und mit Liften fortbewegen. Wegen des ewigen Dämmerlichts sind die Olfaktoren bleich, in ihren Behausungen haben sie keine Bilder, weil ihnen diese nichts bedeuten, stattdessen haben sie stark duftende Pflanzen an den Wänden aufgehängt, die ihren Geruchssinn erfreuen.

Skurrile vor allem aber beängstigende Wesen bevölkerten Marijancics Bildkosmos von Anfang an, seinem inneren Auge scheinen die beklemmenden Visionen von Hieronymus Bosch nicht fremd zu sein. Er selber spricht von degenierten Menschen und von Gestalten, die aus dem Inneren der menschlichen Seele herausquellen. Die dunklen Triebe nehmen Gestalt an in erschreckenden Wesen, die oft die ganze Bildfläche füllen. Figuren wachsen zu apokalyptisch anmutenden Körperknäueln zusammen, ein Teil der antropomorphen Wesen ist in ein offensichtlich sinnloses Treiben vertieft: Einige Gestalten sind im Begriff, ihre Nachbarn zu verschlingen, andere scheinen mit geschlossenen Augen schicksalsergeben oder traumwandlerisch dahinzuvegetieren; Die Gesichtszüge sind teils geprägt von Lethargie, teils von Panik. Die Szenerien im Hintergrund erscheinen, sofern nicht die ganze Bildfläche von einer biomorphen Masse zugedeckt wird, in ein unwirkliches Licht getaucht, der Hintergrund wirkt bühnenraumartig, ist aber perspektivisch nicht kohärent. Das Farbspektrum der Bilder ist popig bunt (häufig kommen Violett und Gelb vor), was die beklemmende Wirkung sonderbarerweise nicht mildert sondern eher noch steigert. Oft dient die Farbe dazu, die verkeilten Körpervolumen gegeneinander abzugrenzen, Dennoch fliessen die Formen der Menschen und Tiere (man erkennt Vögel, Schlangen und Katzen), manchmal ineinander über, ihre Eigenschaften, so hat es den Anschein, vermengen sich.

Die nackte Gesellschaft
In den lavierten Zeichnungen äussert sich Marijaèiæs Begabung für die Karikatur. Häufig sind Ansammlungen menschlicher Individuen mit überzeichneten Gesichtszügen und Körpern zu sehen. Die Menschenmenge erweckt zwar den Eindruck einer sozialen Struktur, doch man glaubt zu erkennen, dass hier jedes sinnvolle Streben im Chaos und in allgemeiner Desorientierung von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Wenn einzelne Protagonisten im Zentrum der Darstellung stehen, wie in den Tuschezeichnungen der 80er und 90er Jahre, sind sie meist von einer bedrängenden Menschenmenge umgeben: Die einen der skurrilen, meist nackten Individuen stehen desinteressiert und gleichgültig herum, während andere die  Hauptfiguren, die offensichtlich mit Beziehungsfragen beschäftigt sind, neugierig begaffen; manchmal tauchen in diesen Zeichnungen übergrosse Katzen und Vögel auf.

Köpfe mit Inhalten
Eine eigene Werkgruppe, die aus Gemälden, vor allem aber wiederum Zeichnungen besteht, bilden die Darstellungen von surrealistisch verfremdeten Gesichtern: Kopf mit Inhalt, (2) (3) (4) (6) nennt sie Marijaèiæ. Die Form des Kopfes setzt sich jeweils aus vielen kleinen menschlichen Gestalten zusammen: In den Köpfen sammeln sich die Erinnerungen und Erlebnisse an die im Laufe der Jahre angetroffenen Menschen; Diese Gestalten aus der Vergangenheit bestimmen die Physiognomie der Köpfe. Die Grösse der eingeschriebenen Figuren ändert proportional mit ihrer jeweiligen Bedeutung: Jene, die wichtig waren, die sich „im Kopf festgesetzt haben“, sind grösser dargestellt als jene, an welche die Erinnerung schon verblasst ist. Vor allem die Frauen und die mit ihnen verbundenen sexuellen Erlebnisse und pornografischen Phantasien beherrschen die männlich-lüsternen Köpfe. Wiederum wird die menschliche Existenz, wie der Inhalt der Köpfe suggeriert, als voller Wirrnisse und geprägt von Gelüsten und ziellosen Trieben interpretiert.

Künstliche Paradiese
Es gibt aber auch die andere Seite im Schaffen von Božo Marijanèiæ: hier kommt seine  lebensfrohe, nach Harmonie strebende Charakterseite zum Ausdruck. Dieser Ebene sind die heiteren Menschen, die verträumten Akte in der Natur und die Phantasielandschaften zuzuordnen: Es sind seelische Erholungslandschaften, wie der Künstler meint. Hier treffen sich Märchenhaftes und Verträumtes. Einzelne Häuser oder ganze Dörfer trohnen auf pilz- oder baumartigen Hügelstrukturen. Ruhige Wasserläufe, baumartige Blumen in sommerliche Landschaften prägen diese Welt, warme Farben erwecken den Eindruck lyrischer Stimmung. Der Stuhl, ein häufiges Motiv in diesen Werken, bedeutet einen Aus- und Ruhepunkt. Wenn man älter wird, meint Božo Marijanèiæ, strebt man zunehmend nach Harmonie und Ruhe.

Doch auch diese Idyllen täuschen: Die kleinen Welten sind, wie im Dorf unter dem Hut nur scheinbar sicher: kleine künstlich geschaffene Paradiese, bedroht von den Gefahren der Umweltzerstörung. Weiter unten, unterhalb der Schutz bietenden Hügelformen, unterhalb der Dörfer, die nur über steile Leitern zu erreichen sind, scheint jene bedrohliche Welt wieder zu beginnen, die Marijanèiæ in seinen dunklen Visionen bedrängt. Die Natur ist in schlechtem Zustand und auch die Paradiese sind künstlich geschaffen, meint Marijanèiæ, selbst Mutter Erde erholt sich heute in einer künstlich angelegten Therme.

Das reale Leben

Neben seinem surrealistischen Schaffen setzt sich Božo Marijaèiæ immer wieder auch mit autobiografischen Themen auseinander. Es entstehen expressive Porträts seiner Eltern, seiner Frau, seiner Kinder und Selbstbildnisse.
Seit  1975 wohnt der Künstler mit seiner Familie in Hombrechtikon im Zürcher Oberland und arbeitet in seinem Brotberuf als Gebrauchsgrafiker. Sein Malatelier hatte er bis 1998 in Stäfa, seit 1999 arbeitet er in Uetikon am See. Die landschaftliche Umgebung am oberen Ende des Zürichsees fand in verschiedenen expressiv farbigen Gemälden ihren Niederschlag (Rapperswil 1984, Seedamm 1983, Bauernhäuser 1985). Aus seiner Bekanntschaft mit dem Jonaer Bildhauer Freddy Ambroschütz resultiert das Gemälde Der Bildhauer im Atelier. Božo, der in Wirklichkeit selber keine Plastiken schafft, versetzt sich imaginär in ein Bildhaureratelier und stellt sich malenderweise jene Plastiken vor, die er nie geschaffen hat.

Als in Marijanèiæs alter Heimat 1991 der Krieg ausbrach, entstand in unruhigem Malduktus und in agressiven Farben die grossangelegte, Komposition Kroatien 1991, die in einer Gesamtsicht die Auswikrungen des Krieges auf die Bevölkerung und den Feind als panzerartiges, kanonenstrotzendes Ungeheuer zeigt. Es folgt das Bild vom Flüchtling, das nunmehr ohne konkreten Bezug zum Kriegsgeschehen und ohne Anklage menschliches Leid festhält. Die durch die negativen Vorzeichen ausgelöste Auseinandersetzung mit der Heimatstadt Zagreb führte  in den Zagreber Ansichstskarten zu einer nostalgischen Reflexion über die nun durch den Krieg gefährdete Stadt, in der er den ersten Teil seines Lebens verbracht hatte.
Sandi Pauèiæ

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(Stefan Paradowski in "Die Linth" 03. 10. 1988)
Ausstellung von Božo Marijanèiæs in Hombrechtikon
Listige Landschaftsmalerei

    Diesmal dominieren vordergrundig ausgefallene Verschrobenheiten: Fliessende Strassen, schwebende Hügel, baumbewachsene Treppen, gebeugte Stühle - solche Bizzarrerien tummeln sich in Bozo Marijanèiæs jüngsten Werken. Die Bilder des seit 1970 in der Schweiz wohnhaften Jugoslawen veranschaulichen manchmal menschenähnliche, jedenfalls höchst aussergewöhnliche Landschaften, die sich wie riesige Skulpturen im Gelande auftürmen.
   Waren es an der letzten Ausstellung im vergangenen März in Rapperswil noch beklemmend-fantastische Zeichnungen, stehen uns heute Witzig-imaginare Malereien gegenüber. Sie gehören einem Reich mit eigenem Gesetz und seltsamer Logik an. Zu besichtigen sind sie in der Galerie Castellano in Hombrechtikon (bis 7. Oktober).
   Božo Marijanèiæ produziert listige Gebilde ungereimten und überraschenden Charakters. Er erzeugt Kopfgeburten, die dem Undenkbaren und Unmöglichen zum Recht verhelfen. So benimmt sich eine Landschaft wie eine dasitzende Person. Ein Kleindorf formt das Gesicht, der Kirchturm bildet die Nase, ein herabhängender Weg deutet den sparlichen Bart an. Zusammenmontierte röhren- und kugelartige Versatzstücke ergeben den Leib. Eine drollige Kopfbedeckung bekrönt das Ganze und legt den Bildtitel nahe: Eingebildete Landschaft mit Hut.
    Die erdachten Kompositionen gebärden sich wie monumentale Skulpturen. Organische Anspielungen und elementare Formen durchdringen sich, erinnern an die dreidimensionalen Gestaltungen Hans Arps. Gewisse Partien sind so umständlich konzipiert, dass sie einer Stütze bedürfen, oder sie scheinen zu verschmelzen. Diese zerrinnende Komponente lässt einen an Dalis berühmte surreale Uhr in einem Gemälde aus dem Jahre 1931 denken, die über eineTischkante kriecht.
   Die sich in die Höhe reckenden Massen erweisen sich zumeist als blosse Hohlkörper, ausgestattet mit gähnenden Fenstern, offenen oder vergitterten Eingängen. Zudem sind dieTruggebirge begehbar. Strassen, Treppen, Leitern, Korridore erschliessen einerseits den amorphen Hochbau, führen anderseits ins Stumpfe, Leere. Diese beiden Motive sind in fast jedem Bild auszumachen. Sie symbolisieren Meilensteine einer irritierenden Wirklichkeit. Auf dem Gipfel, am Ende des Pfades wartet ein Haus oder eine Gebäudegruppe.
  
Diese Wohnbauten bieten sich als Ziel einer Erklimmung an. Doch praktisch kein Mensch nimmt das Angebot in Anspruch. Das ist das Schicksal der leblosen Attrappenlandschaften und wirft die Frage nach ihrer Bedeutung auf. Sind sie geschaffen, um Leute zu empfangen, oder sind sie von ihnen verlassen worden? Versinnbildlichen sie schöne Sehnsuchtsträume oder ausgestorbene Einöden? Die Gemälde geben keine klare Antwort darauf. Sie spielen sie - zumals die aufgeschichteten Landschaften wie Denkmäler dastehen - dem Betrachter zu. Er sieht sich veranlasst, über das Gezeigte und vielleicht sogar über sich selbst nachzusinnen
Stefan Paradowski

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(Susi Hoffmann in "Der Zürcher Oberländer", 17. 03. 1988)
Menschengewühl und surreale Landschaften

sh. Ein Labyrinth von Menschenmassen, körperhafte Auswüchse, fantastische Landschaften in schreienden Farben, das malt der jugoslawische Maler und Grafiker Božo Marijanèiæ aus Hombrechtikon. Er zeigt gegenwärtig eine Fülle seiner Arbeiten in der Galerie Klubschule in Rapperswil. Sein surrealistischer Stil wirkt vor allem in den zahlreichen Pinselzeichnungen technisch gekonnt und sprüht von einem enormen Fantasiereichtum.
Der Betrachter muss auf einiges gefasst sein: Hier erwarten ihn keine ästhetischen Pinselzeichnungen. Mag das ebenmässige Gesicht einer schönen Frau noch so anziehend lächeln, was sie im Hintergrund, unter dem Mantel oder auf dem Kopf an Überraschungen bereit hat, ist beängstigend und irreal.
Masse nackter Leiber
Ein Menschengewühl, eine Masse nackter Leiber mit den verzerrtesten Gesichtsausdrücken drängelt über- und durcheinander. Glatzköpfige, zertretene, ängstliche, wartende, alternde, übermütige, gespensterhafte Individuen warten im "Steinhang" auf ihre Enträtselung. Menschen werden zu Vögeln, Spinnen, Katzen, sie wühlen sich mit ihren Schlingen-Extremitäten im Labyrinth, strampeln kopf über oder verhalten sich ungeniert obszön und in lustvoller Hingabe, blicken primitiv vor sich hin oder wirken durch ihre Entblössung entwürdigend.
Božo Marijanèiæ ist ein raffinierter Serien-Männchen-Maler und verwirklicht mit der Ablauf Serie in Schwarz-Weiss eine Fülle von Visionen und surrealistischen Ideen. Die hinterlistige Masse Mensch in ihrer aufrührerischen Vielfalt erschreckt und gibt Einblick in die überaus fantastische Gedankenwelt eines Künstlers.
Gebilde aus den kühnsten Traumen
Fast eine liebliche Naivität ist den surrealen Landschaftsmalereien in Öl eigen. Formale Auswüchse werden zu Traumbergen in intensiv leuchtenden Farben aufgestapelt. Eine weisse Leiter führt zu dem exponiert aufgestellten Stuhl und weiter zum Haus in schwindelnder Höhe. Eine violette Baum-Blume wächst in den tiefblauen Himmel. Auch eine gewundene Strasse macht die "grüne Insel" begehbar: Es sind Landschaftsgebilde aus den kühnsten Traumvorstellungen, die sich ein Kind aus Watte oder vielleicht aus Plastillin realisieren möchte.
Auswüchse menschlicher Formen stellt der Maler auch in Öl dar, und er malt dem Mann einen aufgedunsenen Frauenleib und quellende Brüste in die riesige Ohrmuschel. Eine dämonisch verzogene Augenmaske in schreiendem Violett träumt von Wolkenfiguren, und um einen einzelnen Stuhl auf dem Podest kreist eine nackte Masse menschenähnlicher Figuren in den Wolken und auf der Erde. Mit riesigen Gips-Gesichtern und einem hohlen Frauenkörper in der Mitte gestaltet Božo Marijancic ein Bild mit Fragezeichen.
Realistische Bildnisse sind weniger interessant
Neben all den traumhaften, surrealen Bildern werden auch extrem realistische Bildnisse und Lahdschaften gemalt, die neben den rätselhaften Fantasien und Vorstellungen weniger interessant und eher flachenhaft wirken.
Božo Marijanèiæ ist 1944 in Zagreb geboren und begann 1970, nach seiner Übersiedlung in die Schweiz, intensiv zu malen. Er arbeitet als Grafiker und malt in der Freizeit für eine Reihe von Ausstellungen im In- und Ausland seine Ölbilder und Pinselzeichnungen. Für seine Arbeit zu Trickfilmen erhielt er schon bedeutende Auszeichnungen. Ausserdem ist er Mitglied des EHO, des Vereins jugoslawischer bildender Künstler in der Schweiz. Seine Ausstellung in Rapperswil ist bis 22. April zu besuchen und wie folgt geöffnet: Montag 13.30 bis 21.15 Uhr, Dienstag bis Freitag 9.30 bis 21.15 Uhr, Samstag 8 bis 11.30 Uhr.

Susi Hofmann

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(Gerda Störi in "Leben & Glauben", 13. 01. 1989, über Marijanèiæs Bild am Titelseite der Zeitschrift)
Božo Marijanèiæ: Leitern zum Haus

    Betrachten Sie dieses Titelbild mit Kopfschütteln? Möchten Sie wissen, ob's ein Traumgebilde ist, Ergebnis einer überbordenden Phantasie oder der Versuch, den Betrachter zu verblüffen? Die Antwort ist einfach: Der jugoslavvische Künstler Božo Marijanèiæ schafft momentan solche skurrilen Bilder.
    Er ist zum ersten Mal bei uns zu Gast, der 1944 in Zagreb/ Jugoslawien geborene Marijanèiæ. Seine Ausbildung hat er an der Grafischen Schule seiner Vaterstadt erhalten und die Karriere beginnt er mit Karikaturen für eine Tageszeitung. Phantasie ist also vorhanden. Eine Zeitlang beschäftigt er sich auch mit Kunstfotografie. Als er 1970 in die Schweiz kommt, absolviert er ein Grafikerstudium in Zürich und arbeitet in verschiedenen grafischen Berufen. Für den Zürcher Kinoclub zeichnet er Trickfilme, die mehrfach ausgezeichnet werden. Damit verdient er sich sein Leben, und wenn er malt, dann entspringen seinem Kopf Bilder wie das unsrige: Grüne Inseln wachsen aus einem blauen Meer, schwebende Hügel widerlegen alle Gesetze der Schwerkraft, das Dorf unter dem Hut scheint sich wohlzufühlen, Landschaftsskulpturen türmen sich auf, manchmal beklemmend, dann wieder zum Lachen reizend. Aber alle Bilder sind unverkennbar dem Kopf von Marijanèiæ entsprungen.
    Warum soll ein Maler nicht Schöpfer eigener Welten sein? Zum Beispiel einer Welt wie der auf unserem Titelbild. Neben einer herrlichen Blume spriesst ein braunes, hohles Landschaftsgebilde, dessen Terrassen mit weissen Leitern zu erreichen sind. Sicherlich ein anstrengendes Unterfangen, darum steht auf dem ersten Absatz ein Stuhl fiir Ruhebedürftige. Wer weiter will, sollte unbedingt die richtige Leiter wählen, um das Haus ganz oben zu erreichen. Aber möchte überhaupt jemand hinauf, in dem einsamen Haus dort oben wohnen? Wird es nicht Schicksal dieser Landschaftsattrappe sein, unbewohnt zu bleiben? Senden wir unsere Sehnsüchte, unsere Phantasie dorthin, sie kommen im Alltag doch allemal zu kurz. Dort dürfen sie die Freiheit geniessen, die sich der Maler nimmt. Und dazu werden diese Bilder wohl geschaffen.
Gerda Störi

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Der Mensch zwischen Sein, Schein und Karikatur
Der Jugoslawe Božo Marijanèiæ in der Galerie Ashanti in Meilen
(cbr. "Zürichsee Zeitung", 09. 06. 1983)

    cbr. Die Galerie Ashanti für afrikanische und asiatische Kunst- und Kunsthandwerksgegenstände und Export-Souvenirartikel, die vor drei Monaten an der Dorstrasse 57 in Meilen eingezogen ist, öffnet ihre Verkaufsräumlichkeiten auch Künstlern als Ausstellungslokal. Am vergangenen Wochenende wurde der jugoslawische Maler Božo Marijanèiæ mit einer gut besuchten, sommerlich heissen Vernissage gefeiert; seine Ölbilder und Zeichnungen sind bis zum 25. Juni in der Galerie ausgestellt.
    Der 39 jährige Jugoslawe, der seit 1970 in der Schweiz wohnt, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Grafikerschule von Zagreb, wo er sich bereits mit der Karikatur intensiv beschäftigte - eine Komponente, die sein künstlerisches Schaffen nach wie vor beeinflusst. Noch in Jugoslawien wandte er sich der Fotografie und ihren verschiedenen Techniken zu. In der Schweiz fasziniert ihn bis heute der Zeichentrickfilm, der ihm 1974 eine Bronzemedaille für den Film "Die grössten Zwei" und 1980 eine Silbermedaille im Schweizerischen Kurzfilmwettbewerb für den Zeichentrickfilm "Die Nachbarn von Nr. 12a" eintrug. In diesen Jahren wurde die Malerei immer wichtiger für ihn, und seit 1975 stellt er seine Bilder aus, so beispielsweise 1976 in der Galerie Vontobel in Feldmeilen.
    Mir scheint, dass die Kenntnis dieser Lebensstationen des jugoslawischen Malers wichtig sind, um den Einstieg zu seiner eigenwilligen, fantasievollen, zum Teil ans Surreale grenzenden Malerei besser zu finden. Frappiert - ob angezogen oder abgewiesen - ist der Betrachter zuerst von den starken Pastellfarben, die zurzeit ganz im modischen Farbtrend liegen und die Božo sehr geschmackvoll zueinander komponiert: verschiedene Lila- und Violettöne mit Türkis akzentuiert oder mutig zu Ocker-Orange gesetzt, ebenso eine Palette von kräftigen und strahlenden Blau mit Rosavariationen ergänzt. In Božos Malerei steht der Mensch im Zentrum: In den schlangenartigen, weichen Kompositionen mit sehr surrealem Einschlag winden sich schmale, elegante Frauenleiber mit überdimensionierten Brüsten zu "Vogelschlangen" oder zu den "Hochstrebenden", gebären ein absurdes Ungeheuer oder entspringen einem grossen Fuss. Eine Welt von weiblichen Fabelwesen mit ausgeprägter Geschlechtlichkeit und kleinen, amphibienartigen Köpfen. Die Frau auch als zentralstes Thema in Božos Karikaturen.
    Seine grossformatige Porträtserie, in der er verschiedene Male im Selbstporträt erscheint, ist gegenständliche und realistiscne Malerei mit expressivem Ausdruck in satten Farben. - Die Ausstellung ist geöffnet: ausser Montag täglich von 10 bis 12,14 bis 18.30 Uhr und samstags von 8 bis 12 und 13.30 bis 16 Uhr.

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Visionen in Köpfen und in der Landschaft
Der kroatische Künstler Božo Marijanèiæ zeigt Bilder in Rapperswil
(Susi Hofmann in Zürcher Oberländer, 12. 05. 1999)

Seit 1975 wohnt Božo Marijanèiæ mit seiner Familie in Hombrechtikon. Sein Malatelier hatte er bis vor kurzem in Stäfa; jetzt befindet es sich in Uetikon am See. Seine Bilder sind vorwiegend surrealistisch geprägt. Im Forum im Haus zum Pfauen in Rapperswil stellt er seine Bilder unter den Titel "irgendwo".
    "Irgendwo" sah er sie: das Mädchen, den Flüchtling mit dem Kind, eine Mutter. Aus dem Unbewussten tauchen sie auf und kommen in seinen Bildern als markante Figuren zum Vorschein. Eine Landschaft, lieblich und süss, wird auf einmal zur bedrängten skurrilen Szene. Köpfe werden mit Figuren gefüllt; bis ins Haar oder in den Bart wachsen sie zu bizarren Geflechten. Halb nackt, ganz nackt und mit verzogenen Fratzen biegen sich zahlreiche Figuren und Figürchen in die Bilder und Pinselzeichnungen.
   Projektionsfläche für Psyche
    Božo Marijanèiæ nimmt die bemalte Leinwand zur "Projektionsfläche für seine Psyche". Visionen diktieren ihm, was er malen und zeichnen muss. Ein Mann lässt die Krawatte über den Rücken baumeln, dem Erhängten spriesst eine grosse Rose, Teufelchen, Teufel und Katzenfratzen treiben ihr hinterlistiges Spiel.
    Mit Titelhinweisen geht man den kleinen Männchen, die sich mitten im Gewühl der Menschen verbergen, auf die Spur. Es befindet sich auf dem Schoss, auf der Bühne, auf dem Stuhl. Ein Dorf wird plötzlich "langhalsig", verbirgt sich unter dem Hut oder wird neu geboren. Mitten in den poetischen Szenen versammeln sich Menschenmengen, die dem Einzelschicksal - das durch grössere Figuren symbolisiert wird - irgendwie unbeteiligt gegenüberstehen.
   Erschreckende Visionen
    Karikaturhaft sind die lavierten Tuschezeichnungen, manchmal abschreckend, oft rätselhaft. Ölbilder kommen aus einem ruhigeren Umfeld, sind beobachtend, dann wieder ausartend: Traum und Wirklichkeit vermischen sich. Nichts lässt der Maler aus, was ihm unbewusst gerade in den Sinn kommt. "Zwischen märchenhafte Szenerien, expressive Darstellungen der Schweizer Landschaft und Porträts mischen sich bei Marijanèiæ scheinbar unvermittelt erschreckende Visionen von sexueller Obsession, von menschlicher Beziehungsfähigkeit, von Lebensverdruss und Sinnlosigkeit", kommentiert Kunsthistoriker Sandi Pauèiæ, Zürich, der an der Vernissage auch mit einer Anekdote veranschaulichte, wie sich das Erschreckende in Marijanèiæs Bildern auswirken kann.
Božo Marijanèiæ sieht seine Bilderausstellung als Einheit: Wer Abschreckendes nicht ertragen kann, soll sich auch in gutmütigen phantastischen Szenen nicht sattsehen.
   Reflexionen aus der Kriegszeit
    Dass man sich aus jedem seiner Bilder eine eigene Geschichte "basteln" kann, dafür hat der Maler gesorgt. Vielleicht rechnet man sich in den verschrobenmenschlichen Kopfwindungen eines Porträtierten seine gehabten Erlebnisse und Traumvorstellungen aus, oder man versucht mit "Mutter Erde" in Hügel und Badebassin zu liegen und "Das Schloss auf dem goldenen Hügel" zu ergründen. Die "Zagreber Ansichtskarten" und der "Flüchtling mit Kind" sind Reflexionen aus der Kriegszeit, die in Marijancics alter Heimat 1991 ausbrach.
   Grafiker, Karikaturist und Trickfilmer
    Der 1944 in Zagreb geborene Božo Marijanèiæ beendete in seiner Heimat als Retoucheur die Grafische Schule. Bereits während seiner Schulzeit zeichnete er Karikaturen. Als passionierter Fotograf fertigte er auch Fotocollagen und Trickfilme an. Nach seiner Ankunft in der Schweiz 1970 malte er intensiv, besuchte Grafikstudien in der Neuen Kunstschule in Zürich und arbeitete im grafischen Gewerbe. Seit 1975 stellt er seine Bilder regelmässig aus und ist schon zum zweiten Mal in der Rapperswiler Galerie zu Gast.
Susi Hofmann
Die Ausstellung im "Pfauen" dauert bis 20.'Mai, geöffnet ist sie Montag bis Freitag von 16 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr.

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Jugoslawischer Künstler in der Galerie Klubschule Räpperswil
Gewimmel, Gebärden, geräuschlos
(Dr. Stefan Paradowski in "Botte der March + Höffe" 15.03. 1988, "Gasterländer" 18. 03. 1988)

Einen künstlerischen Stillstand scheint Božo Marijancic kaum zu kennen. Vielmehr steht ihm ein ungebrochener Schaffenswille zu Gebote. Die meisten der ausgestellten Gemälde und Pinselzeichnungen sind in den letzten beiden Jahren entstanden. Der Bilderstrom, den der seit 1970 in der Schweiz ansässige Jugoslawe hervorbringt, ist eng mit der Herstellungsmethode verknüpft, die seinem Werk zugrundeliegt.
Die gezeigten Bilder lassen sich drei Gattungen zuordnen. Da gibt es eine Porträtreihe mit Darstellungen aus dem Familienkreis des Künstlers, wobei dieser auch sich selbst gemalt hat. Eine weitere Abteilung besteht aus Landschaften, die wirklichkeitstreu, direkt identifizierbar oder rein fantastisch sein können. Jene beklemmend-visionären Szenerien, die das Thema der Menschenanhäufung variieren, bilden die Hauptgruppe der Ausstellung und sollen im folgenden kurz erörtert werden.
In schwarz-grauen Zeichnungen auf weissem Grund entwickelt Božo Marijancic unablässig unheimliche Schauplätze zusammengepferchter Kreaturen. Manchmal sind die Geschöpfe in blasenähnlichen Gebilden eingeschlossen oder quellen aus Riesenkisten hervor. Meistens sind sie turmartig aufeinandergeschichtet, so dass ein dichtes Menschengeflecht die Bildfläche überkrustet.
Ist die derart verstrickte Schicksalsgemeinschaft als Gegenpol oder Symbol unserer Informationsgesellschaft zu verstehen? Die im Bild Vereinten sind ausserstande, echte Kontakte miteinander zu pflegen. Sie treten als Vereinsamte in der Menge auf. Die körperliche Berührung oder geschlechtliche Vereinigung entspringt keinem aktiven Bedürfnis, sondern einer traumatischen Notwendigkeit.
Anstelle der Kommunikation waltet ewige Rotation. Verrenkungen wachsen zu Verzerrungen aus, Gestik wird Mechanik, Menschen verwandeln sich in Mischfiguren. Božo Marijancic konnte seine Neigung zum Grotesken, zur Karrikatur auch als Produzent von Trickfilmen ausspielen, wofür er schon Auszeichnungen erhielt, etwa anlässlich des Schweizerischen Kurzfilmwettbewerbes 1980 in Zug.
Das geräuschlose Gewimmel auf seinen Bildern ist als Schaustellung arrangiert. Die Gestalten agieren bühnenmässig auf Treppen oder Podesten, vor Eingängen oder Häusern. Zuweilen gesellen sich zu den komischen Wesen architektonische Versatzstücke, die ihrerseits beziehungslos zueinander stehen.
Den Bildern fehlt jede vordergründige Logik. Sie geben nichts auf perspektivische Richtigkeit, korrekte Grossen Verhältnisse, inhaltliche Eindeutigkeit. Sie sind Tümmelfeld irritierender Gegebenheiten. Das erklärt sich auch aus ihrer Entstehungsweise, denn der Künstler bringt sie ohne Plan oder Vorsatz zu Papier. So erhält das Unbewusste, das die Psychoanalyse um die letzte Jahrhundertwende erstmals zu erhellen und die Surrealisten künstlerisch zu nutzen trachteten, als Gestaltungsmittel grosse Bedeutung.

Božo Marijancic erzeugt Bildnotierungen jenseits der strengen Kontrolle durch Überlegung und Vernunft. Ist er einmal an der Arbeit, gehorchen Hand und Pinsel gleichsam einem selbsttätigen Ablauf und füllen Blatt um Blatt. Dieser beinahe automatisierte Vorgang findet seine Entsprechung in den ebenso automatisch anmutenden, verzahnten Bewegungen der gemalten oder gezeichneten Akteure.
Božo Marijancic klagt nicht an, noch weniger verkündet er eine sofort einleuchtende Botschaft. Er spricht jedenfalls eine ihm gemässe, ganz eigenwillige Bildsprache, die nicht nur Orte schrecklich-imaginärer Natur beschreibt, sondern auch zur Entdeckung ungemein skurriler, schalkhafter Details einlädt.

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Aus kühnsten Träumen
Božo Marijancics Phantasielandschaften in Galerie der Antikschreinerei A. Castellano in Hombrechtikon
(sh. Der Zürcher Oberländer)

    sh. Gebilde aus den kühnsten Träumen sind die Phantasielandschaften von Božo Marijancic. Ab 23. September stellt der jugoslawische Maler und Grafiker aus Hombrechtikon eine Anzahl seiner Gemälde in seinem Wohnort aus. In der Galerie der Antikschreinerei A. Castellano an der Etzelstrasse 264 zeigt man seine Phantasielandschaften, von denen die Galerie Klubschule in Rapperswil im März bereits eine Auswahl vorstellte.
    Božo Marijancic lässt sich beflügeln von phantastischen Formen, die in seinen Gemälden zu eigentlichen Trauralandschaften oder Bergen werden. Eine Leiter führt zum winzigen Haus in schwindelnder Höhe, oder ein Dorf auf einem exponierten Plateau scheint unter einen Hut zu geraten. Wulstige Formen, Höhlen, Traumgespinste, die durch gegenständliche Elemente zu Symbolen werden können, geben seinen Dörfern "auf dem Pilzhügel" oder auf einem "langen Hals" eigenartige Gepräge.
    Die Ausstellung in der Antikschreinerei A. Castellano in Hombrechtikon dauert 6is 7. Oktober. Geöffnet ist sie Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr.

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Vom Surrealismus zu Landschaften
Božo Marijanèiæ - Božidar in der Burggass-Chammer in Rapperswil
(sr. in Zürichsee-Zeitung vom 07. 10. 1980)

    Sr. Der Weg, den der gebürtige Jugoslawe in seiner Künstlerschaft eingeschlagen hat, ist noch ausgedehnter, als es seine Malereien und Zeichnungen andeuten. Božo, so der Künstlername, kam über jugendliche Karikaturen zur Grafik, zur Lichtbildkunst und über den" Zeichentrickfilm zur Malerei, in der er bis vor zwei Jahren dem Surrealismus zugetan war. Davon zeugen merkwürdige Bilder, in denen sich in vielen ineinander verschlungenen Darstellungen übernatürliche Wesen begegnen. Die Titel deuten es an; "Vogelschlangen/Schlangenvogel" oder "Zwei Handlose" und andere mehr.
    Ab 1978 ist im Schaffen des Künstlers eine deutliche Wende und Wandlung zu erleben. Ihn beschäftigen nun Menschen in ihrer Darstellung, im Porträt, ein wenig fremd noch in ihrer Umgebung, so wie sich auch der Jugoslawe Božo wohl nur allmählich in seine schweizerische Umgebung eingelebt hat. Zögernd nur hat er sich dann schliesslich auch der Landschaft zugewandt, sehr eindrücklich in einer Symbiose von Technik und Natur in der Darstellung der Seedammgegend rund um Hürden. In ihnen und mit ihnen hat sich Božo, der in Hombrechtikon wohnt, einer neuen, zukunftsreichen Entwicklung verschrieben, viel gelöster und freier malend als bisher, als ein Künstler, der weiss, was er will. Es liegt ein unbeschwerter, heiterer Zug in diesen Landschaften vom See und aus dem Zürcher Oberland, die in schönster Weise zeigen, dass die Schweiz dem Maler Božo viel bedeutet.
  
Die Präsentation im kleinen Raum mit viel Altstadt-Charme schenkt der kleinen, aber sehr eindrücklichen Schau besonderen Reiz. (Bis und mit Montag, 12. Oktober.)

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Stationen einer Entwicklung
(Stefan Paradowski in "Botte der March und Höfe" xx  10. 1980 - Nr. 233)

        Božo Marijanèiæ, 1944 geboren, ist. Jugoslawe, besuchte eine Graphiker-Schule und lebt seit 1970 in der Schweiz; seine Oelbilder und Zeichnungen, die derzeit in der Burggass-Chammer Rapperswil (bis 12. Oktober) zu sehen sind, erhalten erst dann ihren tieferen Sinn, wenn sie als Spuren, als Marten eines Oeffnungsablaufs verstanden werden. Das Ausstellungsgut zerfällt - was die Werke in Oel anbelangt - in drei thematische Blöcke, die in einer zeitlich bestimmten Abfolge entstanden sind.
   Kreaturgeflechte
    Die erste Gruppe, um 1975 geschaffen, umfasst die Bildebene ausspannende Mischwesen-Verschlingungen. Ineinander verwobene, aufeinander wachsende Mensch-Reptilien-Ausgeburten führen ein eigenartiges, bewegungsgehemmtes Ballett vor. Einäugige, armlose, pralle Brüste und aufgedunsene Bäuche aufweisende Krüpepl-Geschöpfe erzeugen in atemloser Unrast ein in sich selbst gefangenes Gedränge, was ein Ausschalten jeden Eigenlebens, jeder Selbstentfaltung und Unabhängigkeit zur Folge hat. Die glatten, grotesk aufgeblähten Kreaturen versuchen irgendwie tragisch-unbeteiligt, Körperlichkeit vorzutäuschen, und eine ausdrucksstarke Gebärdensprache ist bestrebt, die innere Leere zu übertönen. .
   Bildnisse
    Diese die Aussichtslosigkeit symbolisierende Serie - ist wie ein Hinweis darauf, dass Božo damals die Üebersiedlung in die Schweiz (noch) nicht verkraftete? - wird von einer Reihe von wirklichkeitsnahen Bildnissen abgelöst. Frontal dem Betrachter zugewandt, wuchtig, eindringlich erscheinen die Porträtierten, sozusagen als Zeugen einer Selbstbesinnung des Künstlers, der sich an der Realität der Abgebildeten neu orientiert, sich sammelt und findet, weil es ihm gelingt, das entrücktphantastische Element abzubauen. Der Oeffnungsprozess hebt an. Doch noch Vages und Unergründliches zeigen sich in den Augen der wiedergegebenen Menschen, die ganz in sich gekehrt sind.
   Frisch-Landschaften
    In den ab 1978 gefertigten Arbeiten kann sich endlich der Raum voll entfalten. Ein frischer, reinigender Wind flutet über die intakte, menschenleere Landschaft und verursacht wogende Grasfelder, deren Aufgewühltheit zuweilen den Schein einer unruhigen See annimmt. Die ländliche, Tiefe auslotende Gegend atmet Gelöstheit; dies äuasert sich auch im äusserst spontanen Farbauftrag. Indes: ein Rest von Geheimnis und verquälter Einstellung behauptet sich noch in den fenster- und türlosen Häusern; sie vermögen jedoch die neu gewonnene Freiheit, die aus den Landschaften strahlt, nicht zu trüben.
Stefan Paradowski

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STATT EINES VORWORTES
(Duško Arežina - Vorwort im Katalog Zagreber Ausstellung in "Klub samoupravljaèa" - erste Einzelausstellung von B. Marijanèiæ)

   Die Kunst mittels Linien zu schaffen, die Kunst der Sprache mittels Formen und Schatten, die Kunst des Ausdruckes mittels Formungen hat seit immer viele Berufene und Unberufene angelockt und so kann sich der Wanderer in diesem Garten, besser gesagt Dickicht, der vielen Namen und Unterschriften fast nicht mehr zurechtfinden in seiner Suche nach dem Neuen, Frischen, Besonderen. Es ist darum kein Wunder, dass uns dieser Baum der darstellenden Kunst in den letzten Jahren gar viele schwache, unreife, grüne Früchte gegeben hat. Darum halten wir für einen Augenblick an, zufrieden auf einen relativ unbekannten Namen zu treffen, aber einen Namen, der sich sicher in seinem Räume und seinen Beziehungen bewegt.
  
Das Wort ist diesmal von Božo Marijanèiæ (aber es könnte noch von einigen jungen Talenten, die ihren Platz unter der Sonne suchen, sein), der schon gelegentlich seiner ersten Ausstellung in seiner Heimat die Kraft seines üppigen Taitents, der sicheren Hand, der Reife der Lebenserfahrung und Vision, zeigt.
    Die Fachleute, Kritiker, werden sicherlich noch ihr Wort sagen. Mir, als ein wenig in Bilder verliebtem Beobachter, verbleibt nur vom ganzen Herzen einen Blick auf diese Bilder verliebtem Beobachter, verbleibt nur vom ganzen Herzen einen Blick auf diese Bilder zu empfehlen. Sie sprechen genug für sich. Über alles. Auch über einen Menschen, der sein Leben in diese zauberhaften Linien webt, der den Sinn seines Bestehens In ihnen sucht. Über einen jungen Menschen, dessen Namen man sich merken sollte.
Mr. Duško Arežina

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UMJESTO PREDGOVORA
(Mr. Duško Arežina u predgovoru prve samostalne izložbe u Zagrebu - Klub samoupravljaèa)

  
Umijeæe stvaranja linijama, umijeæe govora obrisima i sjenama, umijeæe izraza oblikom oduvijek je mamilo brojne, zvane i nezvane pa se u tom vrtu, bolje reèeno šumi, brojnih imena i potpisa putnik-namjernik gotovo više i ne snalazi u traganju za novim, svježim, osebujnim. i nije ni èudo da nam je to slikarsko drvo zadnjih godina dalo i brojne slabe, nezrele, zelene plodove. Zato zastanemo za trenutak i sa zadovoljstvom kada naiðemo na relativno nepoznato ime, ali ime koje se dosia sigurno kreæe u svome prostoru i njegovim odnosima.
    Rijeè je ovoga puta o Boži Marijanèiæu (a mogla bi biti i još o nekim mladim talentima koji traže svoje mjesto pod suncem) koji veæ prvom izložbom na rodnom tlu potvrðuje snagu svojega raskošnog talenta, sigurnost ruke, zrelost životnih iskustava i vizija.
    Struènjaci æe, kritièari, zasigurno reæi svoju rijeè. Meni promatraèu, pomalo zaljubljenom u slike, ostaje da od srca preporuèim da bacite pogled na slike. One same dovoljno govore. o svemu. I o èovjeku koji svoj život upliæe u te èarobne linije, koji traži smisao svojega postojanja u njima. O mladom èovjeku èije ime vrijedi doista zapamtiti.
Mr Duško Arežina 

na poèetak stranice


INSTEAD OF A PREFACE

    The art to create with lines, the art to express with contours and silhouettes, the art to say with forms has at all times attracted a great number of called and uncalled; thus. the interested traveller through this garden, batter said forest, of numerous names and signatures nearly does not find his way searching new, fresh and singular. There is no wonder that this tree of art has brought forth many poor, unripe and green fruit in the past few years. Therefore, we stop for a moment with satisfaction when meeting a relatively unknown name, a name that is moving through its space and relations.
    This lime, the word is about Bozo Marijancic (but it might also be about some other young taients who are looking for their place under the sun), who is confirming the potency of his luxuriant talent, his sure hand and the ripeness of his life experiences and visions already at his first show on his native soil.
    The experts, critics, will surely say their word. As to me, being a somehow anamoured observer of pictures, it remains to advise you with all my heart to do a look at the pictures. They are selfelucidating. About all. Even about the young man who is interweaving his own life into those fascinating lines, who is searching the sense of his own existence in them. About a young man, whose name is worth to be remembered.
Dusko Arezlna, M. A.

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